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März 2012 Monthly archive

Das Alltagsobjekt zum Kunstwerk zu machen, dies ist eines der ziele des Designstudios Nina Levett. Die Wurzeln sind in der reichen dekorativen Kunsttraditions Wiens.

Die Stadt ist voller Beispiele der erfolgreichen Verbindung von Dekoration und Funktionalität. Einige Spuren der Wiener Werkstätte und Secession sind in der Stadt erhalten und sichtbar. Weniger sichtbar ist der Bruch der in den 1930ern und 1940ern passiert ist. Und doch ist die Arbeit vieler zeitgenössischer Künstler in Wien eine Weiterführung der Reaktion, Kreativität, Unterdrückung und des Aufbrechens von Gefühlen und Stimmungen aus der jüngsten Vergangenheit.

Nina Levetts Stoffe, Tapeten und Innenraumdekoration folgen Vorbildern von Künstlern und Designern wie Hoffmann, Klimt und Moser, aber reflektieren auch frühere Arbeiten von Architekten wie Falke, der das Heim als Möglichkeit der sozialen Kontrolle und kutlurellen Entfaltung sah. Die Konzepte, die in der experimentellen angewandten Kunst in Wien im letzten Jahrhundert auftauchten haben Nina Levetts Arbeiten beeinflusst.

Ein Schlüsselelement von Hoffmanns Gesamtkunstwerk war die Erhebung aller Elemente von Inneneinrichtung in den Status von Kunstobjekten, die zugleich auch erkennbar funktionale Haushaltsgegenstände darstellten. Dies wurde in Nian Levetts Arbeiten zum Schlüsselelement. Vor allem in ihren Besteckentwürfen, die n der Sammlung des MAK sind. Einerseits handelt es sich um komplett funktionale Gegenstände, aber zugleich sind es auch high-end Kunstobjekte, die sich mit der dunkleren Sphäre der Haushaltsumgebung beschäftigen, für die sie entwickelt wurden.

Das Ziel ist Kunst mittels kleiner, unscheinbarer Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs in die Leben der Menschen zu bringen.

Nina Levett hat eine kleine Serie an Tellern für die Hochzeit ihrer besten Freundin entworfen.

Mustafa wurde Nina Levett von Michal Jellinek vorgestellt. Michal Jellinek war Nina Levetts Hochzeitsfototgraf und hat seitdem schon mit ihr bei mehreren Projekten gearbeitet. Mustafa war Fotografenassistent bei der Hochzeit. Mustafa ist Musiker. Anbei einige Infos über seine Musikband BENETTON FREE BAND.

1. Was inspiriert euch, wenn ihr Musik macht?
Tomas: Musik ist mein Versteck vor der Wirklichkeit. Als ich 11 Jahre alt war, wusste ich nicht was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Ich wusste nicht, wer ich bin. Dann sah ich plötzlich Guns N´Roses auf MTV. In dem Moment wurde mir klar, dass es das war was ich machen wollte.
Mustafa: Jeder Mensch auf der Welt hat eine eigene Beziehung zur Musik. Ich auch. Als ich 16 war, beeinflusste mich mein bester Freund eine Bassgitarre zu kaufen. Dies war für mich die beste Art meine Emotionen auszudrücken. Meine Inspirationen sind Laune, Musik, Lebensereignisse.
Krizo:  Meine Freundin, mein Leben. Auch Freddie Mercury ist für mich eine wichtige Inspirationsquelle.

2. Wie hat Musik euer Leben verändert?
Tomas:   Musik is die intimste Sprache für mich. Musik ist 24 Stunden am Tag in meinen Gedanken. Es ist fast wie eine Krankheit. In meinem Unterbewusstsein ist immer Musik an. Ich brauche keine Drogen oder Alkohol, wenn es mir schlecht geht. Ich kann mich mit dieser wertvolllen Medizin heilen. Es mag komisch klingen, aber Musik ist wie ein pflanzliches Heilmittel.
Mustafa: Mein Leben hat sich total verändert, ich mache jeden Tag Musik mit meinen Kumpels, oder spiele bei Aufführungen. Ich lebe das Leben eines Musikers.
Krizo: Musik hat jeden Aspekt meines Lebens geformt, daher ist es schwierig zu sagen, was sich genau verändert hat.

3. Welche Bands hört ihr und wie haben sie euch beeinflusst?
Tomas:  Alice In Chains, Jane’s Addiction, Suicidal Tendencies, Led Zeppelin, INXS, The Who, Rage Against The Machine, KORN, James Brown, Jimmy Hendrix, Black Sabbath, Nine Inch Nails, KYUSS,  Monster Magnet, Public Image Ltd, Faith No More, Soundgarden, Audioslave, DOWN, Pantera, Cypress Hill, Tricky, Faithless, Massive Attack, Prodigy, Skinny Puppy, Young Gods und viele andere.
jeder in der Band hat einen anderen Musikhintergrund, daher streiten wir oft, wenn wir Songs schreiben. Aber am Ende finden wir immer eien guten Kompromiss, der anders klingt als alles, was wir jemals gehört haben.
Mustafa: Gerade jetzt Selah Sue, Florence and the Machine, Leon Jean Marie,  Kings of Leon, Too Fighters und viele andere. Ich glaube, unterbewusst verarbeite ich das alles in meinen eigenen Songs.
Krizo: Ich mag viele Arten von Musik. Ich höre eigentlich alles von Volksmusik angefangen bis Rock. Ich liebe Rock am meisten.

4. Welchen Rat könnt ihr anderen angehenden Musikgruppen geben?
Tomas:   Hör auf dich selbst und analysiere vernünftig, was wichtig ist. Frag andere, was sie von deinen Songs halten und suche den besten Kompromiss zwischen deiner Verrücktheit und der Fähigkeit der anderen dich zu verstehen.
Mustafa: Arbeite hart und du musst immer bereit sein, deine Babies umzubringen (songs). Die stärksten Ideen werden gewinnen. Konzentriere dich auf das Detail, und vergiss niemals was das Allerwichtigste für dich ist. Du musst auch Kompromisse machen. Die Schule der Musik ist überall. Du musst deiner Liebe (für Musik) alles opfern.
Krizo:  Man muss die richtigen Leute im Musikbusiness kennen.

5. Woher kam der Name für eure Band?
Tomas: Mustafa hat ihn erfunden. Er wollte, dass der Name sehr exotisch und doch vertrauenerweckend klingt.
Mustafa: Es war eine Idee des Gitarristen Michael meiner Ex-Band/strong>, er hat ihn auf einer Party erfunden. Er klingt gut, er erinnert an einen italienischen Stil.
Krizo: Er war Mustafa’s Idee.

6. Was wollt ihr euren Fans sagen, was die eventuell noch nicht über euch wissen?
Tomas:  Unsere Video- und Musikproduktion wurde ohne Geld gestartet. Wir sind allen Freunden dankbar, die uns geholfen haben.
Mustafa: Das Wichtigste ist Liebe, Freundschaft, Verständnis, Loslassen. Wir wollen alle dasselbe. Es geht um Kommunikation, Kompromisse.
Krizo:  Ich würde ihnen gerne sagen, dass wir sie lieben.

7. Was denkt ihr, wenn ihr auf der Bühne steht?
Tomas:  Wie zur Hölle war noch mal nur der Text in der zweiten Strophe? Oder: Verdammt, sind wir heute wieder mal lauter als Metallica?
Mustafa:  Ich bin stolz, ich bin aufgeregt, ich genieße die Show, und ich checke die Reaktionen der Leute ab.
Krizo:  aufgeregt
, weil es das Beste ist, andere glücklich zu machen.

8. Was denkt eure Familie über eure Musik?
Tomas:  Meine Mutter mag unsere ruhigen Songs. Mein Vater mag all unsere Lieder, aber er hat einen lustigen Gesichtsausdruck, wenn er versucht sich daran zu erinnern an welche berühmten Bands der Vergangenheit ihn unsere Songs erinnern.
Mustafa:   Meine Eltern lieben unsere Musik, auch mein Bruder, und meine Freundin wie auch mein Bruder sind meine besten Kritiker. Ich bin sehr dankbar, denn das bewegt mich am meisten.
Krizo:  Meine Familie unterstützt mich.

9. Was ist euer Lieblingsessen auf Tour?
Tomas: Hauptsächlich Pizza, Burgers, Nachos, Palatschinken, Fisch, Risotto und Pasta.
Mustafa:   Ich suche immer das geringste Übel, das ist sehr schwer in Fast-Food-Ketten und Tankstellen.
Krizo:  Rum.

10. Was ist euer liebster Song, den ihr zusammen als Band geschrieben habt?
Tomas: Hauptsächlich Sogs von unserem neuen Album. Bei den alten Songs sind es You´re My Mate und For Sure.
Mustafa:   Ich finde, es ist ein neuer Song, der heißt Evermore. Er wird auf unserem neuen Album sein.
Krizo: Vykam.

Bruno Benetton Free Band

Tomáš Palonder – Sänger
Krížko – Piano, Hintergrundsänger
Mustafa – Guitar, Hintergrundsänger
Juraj Varga – Bass, Hintergrundsänger
Marek Hradský – die magische Gitarre
Michal Danielis – Keyboards, PC
Michal Uličný – Drums

Rock, Pop, und Elektro

Slowakei, 85100 Bratislava

http://www.bbfb.sk/

Foto Credits: Michal Jellinek, http://www.jellinekphotography.com, jellinek.photography@gmail.com

Nina Levetts erstes Design für Ritzenhoff wurde auf der Ambiente Messe 2012 in Frankfurt präsentiert. Levetts neue Espresso Tasse der Frühlings-/Sommerkollektion 2012 heißt “My Little Darling”. Man kann die Tasse direkt von der Ritzenhoff Webseite für 19,95 EUR bestellen, indem man auf folgenden Link klickt.

2012 ist das 150ste Jubiläum von Gustav Klimt. Bis Mitte 2010 interessierte sich Nina Levett eher für Illustration als Gesamtkunstwerk in der Architektur, wie zB. von Victionary aus Hong Kong oder von anderen, zeitgenössischen Designern wie Hella Jongerius oder Jaime Hayon.

Als Levett vor eineinhalb Jahren von Thomas Geisler gefragt wurde, ob Sie Teil der „Design Criminals“ Ausstellung sein wollte, welche von Sam Jacob (www.fat.co.uk) kuriert werden sollte, hat sich jedoch etwas verändert. Auch während ihrer Hochzeitsreise in Malaysia und Singapur tauschte sie Emails mit dem Museum aus. Eine der größten Sorgen des Kurators war vor allem, ob sie ihre Kunst nun als „Design“ oder „angewandte Kunst“ oder einfach nur „Kunst“ bezeichnete. Durch die Diskussion mit ihm interessierte sie sich immer mehr für den ZWECK von dem, was sie tat, und dies weckte schlussendlich ihr Interesse für Klimt.

Letztes Jahr hat sich viel verändert. Ihre Werke sind nun bestehender Teil des österreichischen Museums für angewandte Kunst in Wien (MAK). Weil das MAK eine neuen Direktor bekam, erfuhr Levett viel darüber, was für die Zukunft geplant war. Sie bekam außerdem einen Eindruck, dass die Werke und Sammlungen nach Gottfried Sempers Idee vom „idealen Museum“ strukturiert wurden.

Die Forschungen von Levett haben nicht zuletzt Gustav Klimt beeinflusst (nachdem sie erfahren hat, dass 2021 im Zeichen von Klimt stehen sollten, hat sie diesem Thema sehr viel Raum gegeben). Zuerst ging sie auf eine Ausstellung, wo sie erfahren hat, dass Gustav Klimt mit Josef Hoffman zusammen gearbeitet hat, um eine Konstruktion zu entwickeln, an der er seine Bilder aufhängen konnte. Die Malereien wurden nicht rein als Kunstwerke angesehen, viel mehr wurden sie als Teil der Raumarchitektur wahrgenommen. Schon vor vielen Jahren hat auch Nina Levett angefangen, die Ansicht des „Gesamtkunstwerkes“ von Klimt bzw. Hoffmann zu teilen. So sah auch sie ihre Moveable Wallpapers als Teil des Raumes und nicht als Kunstwerk an sich. Die Absicht ihrer Werke ist und bleibt zweifelsohne die architekturelle Gestaltung des Raumes.

Wenn man sich Klimts Kunstwerke einmal ansieht, kann man eine viel tiefere Beziehung erkennen. Seine Landschaftsmalereien bildeten beispielsweise keine Menschen ab, während seine Porträts nie mit Landschaft kombiniert wurden. Durch die abstrakten Muster und Ornamente im Hintergrund der Porträts erscheinen sie sehr zweidimensional und flach. Genau das lässt sich auch bei Nina Levetts Porträts erkennen. Sie vermeidet dort generell Landschaften und schmückende Hintergründe.

Copyright der Fotos ist Belvedere/Gustav Klimt/beteiligte Fotografen/beteiligte Künstler.

Weitere Informationen über Klimt erhalten Sie hier.