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März 2012 Monthly archive

Design Criminals MAK Nite mit Designerin Nina Levett 2010 EYES WIDE SHUT: Wie wäre es zwei Frauen oder zwei Männer zu heiraten?

Wie viele Gäste werden da sein? Werden alle von der Braut, dem Make-Up, dem Kuchen und den Blumen beeindruckt sein?

Die MAK Design Nite im Jahre 2010 wurde von Sam Jacob mit Hilfe des Designkurators des MAK in Wien – Thomas Geisler – kuratiert.

Die Idee war einen gehende Blumenstrauß zu machen: der Mensch als Ding.

Nina Levetts Konzept für den Hochzeitsfilm und die MAK Design Nite 2010 kreisen um die Ängste, die das Wort JA nach sich zieht. Kann man ein ganzes Leben lang treu sein? Wird das Paar für immer glücklich sein? Die Ängste werden metaphorisch durch das Heiraten zweier Partner symbolisiert. Die Verwirrung zwei Frauen in Hochzeitskleidern zu sehen, zeigt bildlich die Angst des Traupaares und der Verwandten und Freunde.

Katarina Niznanska hat mit Nina Levett seit 2003 gearbeitet. Sie ist zu einer wichtigen Ansprechperson geworden. Katarina Niznanska ist sehr begabt mit Blumenarrangements und hat auf der Hochzeit die Blumen gemacht, als auch während der Design Criminals Ausstellung, die von Sam Jacob kuratiert wurde.


Dezeen hat etwa 130000 Besucher pro Tag und fast 4 Millionen Besucher pro Monat, und ist somit eine der einflussreichsten Designwebseite im Internet. Umso mehr freut sich Nina Levett, dass Dezeen drei ihrer Videos und einen Artikel über die Designerin publiziert hat. Anbei der Link zum Artikel über die Designerin Nina Levett. Dezeen betont, dass Nina Elemente aus der Punk und Pop Kultur verwendet und in ihre Designs für Textilien, Tapeten und Geschirr einfließen lässt.

Ein Zitat aus dem Artikel lautet: “Ich habe mich in den vergangenen Jahren auf Ornamente für Textilien, Tapeten und Geschirr konzentriert und bin somit der Tradition der Wiener Werkstätte zu Beginn des vorigen Jahrhunderts gefolgt. Jedoch habe ich Einflüsse aus dem Internet in meiner Arbeit zugelassen,” sagt Levett. “Am besten kann man meine Philosophie mit den drei bis fünf Ps zusammenfassen: POP, PUNK und PORNO – und vielleicht auch PROTEST, obwohl das so brutal klingt – also vielleicht wäre PEIN besser”.

Dezeen hat auch mehrere Videos online gestellt, die Nina Levett bei der Arbeit in ihrem Atelier zeigen. Dezeen Filme ansehen»

Lesen Sie hier den Dezeen Artikel.

Die österreichische Designerin Nina Levett erzeugt narrative Ornamente für Tapeten und Textilien.

In dieser Installation zeigt Nina Levett eine Tapete, die die Geschichte einer jungen Prostituierten erzählt, die einen Kunden heiratet, aber dann ihre Identität verliert. Der Titel lautet “Glaub dem Lügner”. Während des Tages sucht ihr Mann Ablenkung und Vergnügen in den Armen zahlreicher Huren, während die Frau im Bett liegt und auf ihn wartet. Worte wie “schlafen, liegen, lügen, vertrauen” bringen ein poetisches Element in die Grafik der Tapete.

Die Frau versteckt sich hinter dem Kissen. Dies ist eine der Arten, der Gewalt in der Beziehung zu entkommen.

Das ist das Design für die Tapete. Die bedruckte Rückwand war 10 Meter lang und 2,5 Meter hoch. Alles händisch bedruckt.

Die Geschichte von Nina Levetts Atelier, das zum Regenbogen-Atelier wurde.

Nina Levett arbeitet seit 2010 mit der Galerie Rudolf Budja zusammen. In den letzten beiden Jahren floss sehr viel Energie in die Ausstellungen dieser Galerie: die erste Soloausstellung “Neurotica” im März 2010, Gruppenausstellung “Femme Fatale” im Sommer 2010, Art Salzburg Messe im Sommer 2010, Art Miami Messe im Dezember 2010, Luxury Please Messe im November 2010, Soloausstellung “Candy Girl” im Februar 2011, Eröffnung von Yoshis Corner im Frühjahr 2011, Gruppenausstellung “Role Models – Role Playing” im Sommer 2011, Soloausstellung “Round Goes Square” im November 2011, Art Miami im Dezember 2010. Über die Kooperation mit der Rudolf Budja Galerie hinaus, wurde Nina Levett auch eingeladen an weiteren Ausstellungen teilzunehmen: Mailänder Möbelmesse mit dem Concept Store Stamm, das österreichische Museum für angewandte Kunst hat in den Jahren 2010-2011 drei Events mit Nina Levett gestartet, die Veranstalter der Messe Frankfurt haben Nina Levett zur Ambiente Messe und Tendence Messe eingeladen, Alessi hat Musterstücke von Nina Levett für das Alessi Museum behalten.


Die letzte Ausstellung wurde letzte Woche abgebaut. einige Moveable Wallpapers wurden zurück nach Wien gebracht. Das Regenbogen Atelier ist entstanden, als alle Moveable Wallpapers zusammen im Atelier aufgehängt wurden. Auf den Fotos sieht man den Effekt der Hängung: vorher und nachher.


Wenn Sie einen 2012 Kalender mit diesen Bildern bestellen wollen, kontaktieren Sie bitte Johannes Schwaninger, Steinerwirt. Anbei auch der Link zu einem Artikel über den Kalender.

Diese Kollektion enthält die wichtigsten Eigenschaften der herausfordernden und mutigen Arbeiten von Nina Levett. Der Auftrag kam 2009 von Illustrative, einem Unternehmen das frische, innovative und neue Illustrationen fördert, und von Cult Work.

Die Aufgabe war das hundertjährige Bestehen des italienischen Autoherstellers Alfa Romeo zu feiern.

Nina Levett tauchte ein Monat lang mit vollkommener Hingabe und großer finanzieller Belastung in diese Arbeit, um ihre Interpretation des Design-Briefings umzusetzen. In den Porzellan-Arbeiten erzeugte die Designerin ein komplexes, bewegtes Bild, in welchem sie das harte, metallische und mächtige, männliche Auto mit den weicheren, sexuelleren und provokanten weiblichen Figuren verschmelzen lässt. Sie explorierte das Fahrzeug als Erweiterung der männlichen Macht, die sich gewalttätig auf seine Umwelt auswirkt. Ihre Arbeit reflektierte ohne Angst die negativen Auswirkungen der Autoindustrie. Zum Beispiel beim Betrachten der Tapete, die Nina Levett für dieses Projekt entwarf, transformierte sie die Schlange im Alfa Romeo Logo in eine Darmwindung, die Kot ausscheidet. In den begleitenden Porzellan Lampenschirmen, Tassen und Schalen verschmelzen weibliche Körper und phallische Automobile miteinander.

Ironischer Weise, aber wahrscheinlich nicht sehr überraschend, war die Reaktion der Auftraggeber zurückhaltend. Obwohl von Nina Levett die unausgesprochenen, sublimen Werte und Bilder, die für den Erfolg der Autoindustrie in der Werbung sorgen, bewusst eingesetzt wurden – Macht, Männlichkeit, sexuelle Dominanz und sexuelles Können – war die Direktheit und Übertriebenheit von Nina Levetts Interpretation doch zu mutig und verunsichernd für Alfa Romeo. Die Unterstützung für das Projekt verlief im Sand, und hinterließ Nina Levett ohne ihre Kosten wieder einbringen zu können und auch demoralisiert, allerdings aus einer künstlerischen Perspektive voller Begeisterung. Das Projekt zeigte, wie schwierig es ist für Auftraggeber zu arbeiten, die Kunst als Werbemittel einsetzen wollen, zugleich war das Projekt auch die Geburt eines neuen Stils in ihren Arbeiten, weil die Zusammenarbeit mit einer großen Weltmarke sehr viel positive Energie in den Arbeitsprozess brachte.
Die dichte, komplette Bedeckung einer Fläche mit Mustern, die sie in diesem Projekt für die Tapete umsetzte, war ein Stilmittel, das später noch öfter in Nina Levetts Designs zu finden sein würde. Somit führte dieser Projekt zu einem positiven Wandel in den Arbeiten von Nina Levett.