Archive
Omas Tapetenmuster (Tapeten)

NINA LEVETT Tapetenkollektion wird bald vorgestellt. Dies ist der Scan eines Tapetenrapports in der Größe 50cmx100cm. Der Scan wurde später retouchiert und mit Vektorgrafik überarbeitet.

Die schlechte Allianz von Mäzenen und Künstlern wird im Herzen dieses Projekts dargestellt.

Nina Levett hat sehr gelitten, als nach Fertigstellung dieses Projekts das Team sich nicht meldete, das die Arbeit in Auftrag gegeben hat. Bis heute ist nicht klar, was mit den Arbeiten geschehen soll.

In diesem Video erzeugt Nina Levett mit einem (anHandy einen Kaleidoskop-Effekt ihrer Muster.

Dies reflektiert ihr Gefühl der Unmöglichkeit das Leben eines Künstlers zu ertragen, wenn die Anerkennung und der Zuspruch des Publikums so weit weg sind. Zugleich entsteht über das Internet so eine
voyeuristische, unheimliche Nähe mit dem Betrachter. In ihrer Vorstellung sehr einnehmend. Es ist schwierig den einseitigen Informationsfluss zu verarbeiten. Eine Leere, die sich wie ein Schatten bei den Besuchen in den Google Analytics Statistiken abbildet.

Nina Levett erzeugt manipulierte Bilder: eine Verzerrung eines farbigen Wallpaper Designs, das sie vorher detailgenau und in genauer Arbeit erzeugt hat. Die kleine Spitze der Tuschestifte machen es schwierig und langwierig die einzelnen Farblayers zu erzeugen. Es dauert Wochen ein Design von 40x50cm zu machen. Die fertige Arbeit ist nicht das Ende des Schaffenprozesses. Wenn die Siebe hergestellt wurden, muss erst gedruckt werde. Die fertigen Arbeiten werden dann auch dokumentiert und für’s Internet aufbereitet. Aber wiederum ist diese Dokumentation eine Verzerrung der Realität. Nina ist nicht Nina aber eine Abbildung von Nina. In diesem Video wird deutlich, dass die fotografische Aufbereitung das ursprüngiche Bild nur mangelhaft abbildet und verzerrt, verschleiert wiedergibt.

Nina Levetts Arbeit handelt auch von der Auflösung privaten und öffentlichen Raumes, indem sie den Besuchern der Webseite eine partizipative Rolle einräumt, die aber auch halluzinatorisch wirkt.

Nina Levett zeigt in diesem Video, wie sie die Farben einer Tapete korrigiert. Sie verwendet einen Pinsel, um die Farben zu trocknen. Die Tapete wird erst mit Tusche auf Transparentpapier gezeichnet und dann händisch siebgedruckt.

Tapeten hatten gute und schlechte Zeiten. Zum Beispiel in der zweiten Hälfte des 17 Jahrhunderts produzierten die Remondinis – eine Druckerdynastie aus Bassano del Grappa in Italien – Tapeten, die so populär wurden, dass sie im Theater La Fenice in Venedig verwendet wurden. Seit kurzem sind auch hierzulande Tapeten wieder en vogue. Ein Beispiel von Tapetendesignern, die “es geschafft haben”, sind Timorous Beasties.

Alistair McAuley und Paul Simmons begannen in den 1990ern in Glasgow mit der Herstellung von handgedruckten Tapeten, Stoffen und Rollläden. Ihre ersten Aufträge waren in Bars, Restaurants und später auch in große Möbelhäusern. Ihre Auftraggeber waren später auch so wichtigen Namen wie der Oberste Gerichtshof in Großbrittanien, sowie Ogilvy & Mather in Dublin, etc.

Timorous Beasties Tapetenmotive sind Bienen, große Schmetterlinge, stachelige Disteln oder sinnliche Fuchsia-Orchideen, sowie Iguanas und gefährlich anmutende Fasane. Eines der bekanntesten Designs von Timorous Beasties ist der Glasgow Toile. Wikipedia definiert Toile als ein dekoratives Muster, das normalerweise aus einem hellen oder weißen Hintergrund besteht, auf dem sich wiederholt – und als Muster angeordnet – ziemlich komplizierte Szenen abspielen. Diese Szenen sind oft altmodische Motive, wie zum Beispiel ein Paar, das sich zu einem Picknick an einem Teich trifft. Toiles zeigen auch oft Blumenarrangements. Das szenische Motiv ist meist einfärbig, meisten schwarz, dunkelrot der blau. Ursprünglich wurden Toiles in Frankreich hergestellt, um ein gegenstück zu den gemalten und bedruckten Baumwollimporten aus Asien ein gegenstück zu bieten.

Timorous Beasties Toile sieht ähnlich aus, wie die alten Toiles. Wenn man genauer hinsieht, sind statt altmodischer oder ländlicher Szenen andere Motiv zu finden: Drogensüchtige, die Heroin spritzen, Obdachlose, die auf Parkbänken schlafen, ein Junge im Trainingsanzug, der gegen einen Busch pinkelt, während im Hintergrund der Glasgow Universitäts Turm, die Charles Rennie Mackintosh Kirche und das Armadillo Gebäude zu sehen sind.

Nina Levett entwickelt gerade ihre erste Tapetenkollektion. Sie steht vor technischen Problemen mit ihrer in-house Fertigung. Sie sieht Ähnlichkeiten zwischen ihren erzählerischen Tapeten und den Designs von Timorous Beasties.

Der Inhalt dieses Artikels wurde großteils aus einem Artikel von Anna Battista übernommen. den kompletten Artikel können Sie hier lesen.

Nina Levett spricht über die Arbeiten von  Timorous Beasties. Sehen Sie das obige Video an.