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Omas Tapetenmuster (Tapeten)

Ornament Designerin Nina Levett ist bekannt für ihre provokanten Geschirrentwürfe und ihre inspirierenden Arbeiten wie das Sperm Sofa oder ihre farbenfrohen Moveable Wallpapers.

Nina Levett beginnt ihren Arbeitsprozess mit Tuschezeichnungen auf Transparentpapier. Sie lässt ihren Ideen einfach freien Lauf. Dafür ist es notwendig alle Gedanken loszulassen und sich zu erlauben den visuellen Eingebungen zu folgen.

Die fertigen Arbeiten bestehen aus verschiedenen Schichten mit harmonierenden Farben. Die Kunstwerke und Designs sind oft mit verschiedenen Techniken gefertigt. Es handelt sich um Einzelstücke, die sie in-house in ihrem Studio erzeugt. Sie kontrolliert alle Arbeitsschritte von den ersten Entwurfszeichnungen bis zum fertigen Produkt.

Nina Levett wurde durch Filme wie Abel Ferraras “Bad Lieutenant” beeinflusst. Sie nennt als Inspirationsquellen weiters auch die fünf Ps: POP, PUNK, PORN, PROTEST und PAIN.

Im Shooting für das Magazin “Best of Vienna” (Falter Verlag) zeigt sie eine Frau vor einer Serie von unfertigen handbedruckten Tapeten.

“Glaub dem Lügner” ist das nächste Projekt nach dem Auftrag von Alfa Romeo im Jahr 2009. Nina Levett wurde gebeten eine Installation für die Blickfang Designmesse in Wien zu entwickeln.

Die Verwendung von identischen Mustern auf mehreren Flächen – der Rückwand, Möbeln und Alltagsgegenständen – erzeugt eine beengende Gesamtsituation.

“Glaub dem Lügner” zeigt eine häusliche Momentaufnahme. Ein Mann heiratet eine junge Prostituierte und macht sie zum Hausmütterchen. Es funktioniert nicht. Die Frau fühlt sich zu Hause gefangen. Sie verliert sich in paranoiden Träumen. Der Ehemann macht einen morgendlichen Besuch bei einer Prostituierten statt zur Arbeit zu gehen. Seine eigene moralische Ambivalenz und Zweifel sind im Design sichtbar – der Kopf sagt “Nein”, sein Körper “Ja”.

Die Wirklichkeit ist schwer zu fassen. Die Szene hat eine verschleierte Wirkung. Nur die nackten Beine der Frau sind sichtbar. Die Bedeutungslosigkeit in welcher das häusliche Leben verbraucht und entmenschlicht, wird sichtbar. Auf diese Weise wird die Täuschung ein entscheidender Teil.

Ist die Situation real oder nur eine Ausgeburt einer gelangweilten Phantasie? Was bleibt, ist ein Gefühl der Leblosigkeit.